Wie macht man eine Fotoreportage?

Eine Fotoreportage? Das kling nach Dramatik, Journalismus auf höchstem Niveau, Abenteuer. Vielleicht gar nach Kriegsreportern, die mit einer Fotoserie über die Gräuel in Aleppo berichten. Aber auch Privatleute und Amateurfotografen können Fotoreportagen erstellen und so von ihrem Urlaub, dem Fussballspiel des Sohnes oder der Kleintierausstellung des örtlichen Vereins berichten.

Fotoreportagen sind Bildergeschichten, genauer eine Serie von Fotografien, die durch unterschiedliche Blickwinkel verschiedene Aspekte darstellen soll. Wie bei einem geschriebenen Text bestimmt der Autor, was man sieht. Umstritten ist, ob man als Fotograf seine Meinung und Sicht der Dinge in die Reportage einfliessen lassen soll oder ob es geboten ist, die Bilder möglichst objektiv darzustellen.

Welche Themen eignen sich für eine Reportage?

Um eine spannende Reportage zu kreieren, braucht man eine gewisse Vertrautheit mit dem Thema. Interessant wird sie dadurch, dass man Details sieht, die einem Laien mit blossem Auge vorenthalten blieben. Deswegen ist für Einsteiger besonders der Arbeitsplatz, der Sport oder das Vereinsleben ein gutes Sujet, um sich an die Technik der Reportage anzunähern. Ähnlich wie bei einem Autor, der auf der Suche nach einem Thema für das nächste Buch, den nächsten Artikel ist, ist es auch für den Fotoreporter von Vorteil, mit Freunden über seine Pläne zu sprechen und zu schauen, wie Unbeteiligte auf das jeweilige Thema reagieren, auch lohnt es sich, ein paar Probefotos zu schiessen und diese Freunden vorzulegen.

Der Aufbau

Wichtig ist, dass man einen guten Aufmacher hat, der Lust auf mehr schafft. Die verschiedenen Darsteller, seien dies Orte, Menschen oder Maschinen müssen eingeführt werden. Die Hauptsache ist die Aktion, die man mit der Reportage darstellen möchte: Veränderungen, Bewegungen oder Emotionen sind die wichtigsten Züge eines solchen Fotoberichts.

Für die Verortung ist es wichtig, entweder berühmte Gebäude, Berge, Seen oder auch Schriftzüge einzubauen. Es sei denn, der Fotograf wolle bewusst darauf verzichten, diese Information preiszugeben.

Der Vorteil einer Fotoreportage gegenüber eines normalen Texts ist, dass viele Menschen von Bildern stärker angesprochen werden als von Worten. Entsprechen lässt sich mit einer Bildreportage stark provozieren.

Allerdings gilt es auch zu beachten, dass sehr viele Themen so nuanciert sind, dass Fotos alleine nicht ausreichen und ein Begleittext her muss, der aufzeigt, was der Autor erzählen möchte.

Wichtig ist, dass man sich gut in ein Thema einarbeitet. Kaum eine Fotoreportage wird glücken, wenn man sie auf Schnappschüssen basiert, die man am Feierabend geschossen hat. Man muss sich in ein Thema einarbeiten oder einlesen, man muss mit den Feinheiten vertraut sein, sich auskennen. Einzig eine vertraute Person versteht, welche Bewegungen oder Emotionen eine bestimmte Tätigkeit ausmachen und spannend sind, eine Entwicklung aufzuzeigen.

Wieviele Bilder?

Nachdem man sich lange mit einem Thema auseinandergesetzt hat, die verschiedenden Aspekte aufgenommen hat, geht es an die Auswahl der Bilder und ans Festlegen des Umfangs der Reportage. Klassische Bildstrecken in Magazinen umfassen etwa zwölf Bilder. Komplexere Themen können aber auch gut mit zwanzig oder gar 25 Bildern dargestellt werden.

Reportagefotografie ist die Darstellung des echten Lebens, nicht das technisch perfekte Bild macht die Reihe stimmig, sondern die Emotionen, die durch die Aneinanderreihung vieler Fotos kreiert werden.

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