Exotik der Kleidung

Exotik der Kleidung

Kaftan ist jetzt ein ExotDas Exotische in der Kleidung kann nicht so sehr als etwas Besonderes betrachtet werden, das sich aus den lokalen modernen Bedingungen ergibt, sondern als die Übernahme von fremden Elementen und dem, was der Vergangenheit angehört. Der erste exotische Stoff war die nun beliebte Seide, die aus China importiert wurde. Bereits im siebten Jahrhundert v. Chr. war der Kaftanmantel bei den Hethitern, Assyrern, Midianern und Persern in Zentralasien beliebt. In der hellenistischen Ära wurden griechische Tuniken in den Nahen Osten eingeführt, aber der Kaftan wurde weiterhin in Persien getragen. Der Kaftan tauchte schließlich in Europa auf und landete in Russland, wo er von dem arabischen Reisenden Ibn Fadlan beschrieben wurde. Er beschrieb die Beerdigung eines Häuptlings an der Wolga. Der Körper des Häuptlings war in einen Kaftan aus Goldbrokat mit Goldknöpfen und Goldstickerei gekleidet, der mit Zobel verziert war. Später wurde dieses ursprünglich exotische Kleidungsstück zum Standard, und der Kaftan wurde in Russland jahrhundertelang überall getragen.

Auch die Türken übernahmen Kaftane und brachten diesen Stil nach Ungarn und Polen, als sie diese Länder eroberten. In der Folge brachten Reisende den Stil nach Italien, Deutschland und England, und der Kaftan wurde zum Vorbild für spätere westliche Kleidungsstile. Allmählich wurde das Exotische alltäglich.
Kimono in Europa ist nicht mehr exotischDer für Westeuropa exotische japanische Kimono kam im 17. Jahrhundert in die westlichen Kleiderschränke. Die Engländer nannten diese Art von Kleidung „Indian dresses“, wahrscheinlich weil die East India Company sie importierte. Die Niederländer bezeichneten sie genauer als „Japanmäntel“. Das Kleid war für informelle, private Zusammenkünfte gedacht, da es aus europäischer Sicht etwas intim war. Dieses exotische Kleidungsstück verbreitete sich als Grundtyp der Kleidung nicht, sondern wurde zum Prototyp von Nachthemden und Gewändern. Solche Kleider sind auch heute noch in Mode: Bademäntel, Tücher, Peignoirs. Aus dem Osten kam der exotische indische Pyjama: ein weicher Baumwollanzug, bestehend aus einer Hose und einer lockeren Jacke.

Exotik der Kleidung

Viele ausländische Kleidungsstücke wurden aus der Not heraus kopiert oder ausgeliehen. Als zum Beispiel die Europäer in Amerika eindrangen, beeilten sich die englischen und französischen Kolonisatoren, die indianischen Mokassins zu übernehmen, weil sie unter diesen Bedingungen bequem waren und einige der Siedler wussten, wie man solche Schuhe herstellt. Auch die Ureinwohner Kanadas benutzten Schneeschuhe, und viele Jäger und Fallensteller übernahmen diese Praxis. Für den Wintersport wurden die weichen Stiefel und Parkas der arktischen Völker im 20. Jahrhundert modisch und wurden kopiert.

Die moderne westliche Garderobe kann Elemente aus asiatischer, afrikanischer und indianischer Kleidung enthalten. In ähnlicher Weise haben nicht-westliche Kulturen einige westliche Kleidungsstücke übernommen, insbesondere westliche Business-Kleidung. Fortschritte in der Transport- und Kommunikationstechnologie können die Welt effektiv verkleinern, so dass zweifelsohne ausländische Einflüsse auf die Kleidung fortbestehen werden.