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IT & Akustik

IT-Systemhaus und Büroakustik: Warum beides zusammengehört

IT-Systemhaus und Büroakustik: Warum beides zusammengehört

IT-Systemhaus und Büroakustik: Warum beides zusammengehört

Ihr IT-Dienstleister hat die Netzwerkinfrastruktur geplant, die Arbeitsplätze eingerichtet und die Videokonferenztechnik installiert. Trotzdem beschweren sich Mitarbeiter über schlechte Audioqualität in Teams-Calls. Der Grund: Die teuerste Kamera und das beste Mikrofon liefern schlechte Ergebnisse, wenn der Raum hallt und Hintergrundgespräche das Signal überlagern.

Büroakustik ist kein Facility-Thema. Sie ist der fehlende Baustein in der IT-Infrastruktur.

Wo IT-Infrastruktur und Akustik direkt zusammenhängen

IT-Systemhäuser planen und betreuen die komplette Arbeitsplatzinfrastruktur. Sie wissen, wo Arbeitsplätze stehen, wie viele Videocalls geführt werden und welche Bereiche laut sind. Dieses Wissen ist die Grundlage für eine gezielte Akustikplanung.

Videokonferenz-Qualität beginnt beim Raum

IT-Teams investieren in Logitech Rally, Poly Studio oder Jabra PanaCast. Die Hardware ist gut, aber die Audioqualität bleibt schlecht. Die Ursache liegt fast immer in der Raumakustik:

  • Nachhallzeiten über 0,8 Sekunden machen Sprache unverständlich
  • Störgeräusche von 55+ dB überlagern das Mikrofonsignal
  • Echo-Effekte überfordern selbst gutes Noise Cancelling

Ein Raum mit 0,4 Sekunden Nachhallzeit und unter 40 dB Hintergrundgeräusch liefert sofort bessere Ergebnisse als jedes Hardware-Upgrade. Das spart Zeit und Geld.

Netzwerk, Strom und Raumplanung sind schon da

IT-Dienstleister wissen, wo Netzwerkdosen liegen, wo Strom verfügbar ist und wie die Arbeitsplätze angeordnet sind. Genau diese Informationen braucht man für die Platzierung von Akustikkabinen:

  • Stromanschluss in der Nähe (230V Standardsteckdose)
  • Netzwerkanbindung für integrierte Displays oder Konferenzsysteme
  • Fluchtwege und Brandschutzabstände
  • Belüftung und Klimaverhältnisse (Umgebungstemperatur unter 28 Grad)

Hybride Arbeitsplätze brauchen ein Gesamtkonzept

Wenn IT-Abteilungen Desk-Sharing-Systeme und Raumbuchungssoftware einführen, gehören Akustikkabinen in dasselbe Konzept. Sie sind ein buchbarer Arbeitsplatztyp, genau wie ein Schreibtisch oder ein Meetingraum. Mehr zum Thema hybride Büroplanung mit Akustikkabinen lesen Sie im verlinkten Artikel.

SilentBox bietet Bürokabine für IT-Teams an, die sich nahtlos in bestehende Infrastruktur integrieren lässt.

Was IT-Systemhäuser ihren Kunden konkret anbieten können

Büroakustik ist keine Diversifikation. Sie ist eine Vertiefung der bestehenden Beratung, die den Projektwert steigert.

Bestandsaufnahme und Analyse

  • Lärmpegelmessung (Smartphone-Apps liefern für eine Ersteinschätzung ausreichende Werte)
  • Mapping der Videokonferenz-Arbeitsplätze und ihrer akustischen Umgebung
  • Auswertung der Raumbuchungsdaten: Wie oft sind Meetingräume ausgebucht? Wie viele Einzelcalls werden täglich geführt?

Planung und Integration

  • Standortplanung für Kabinen unter Berücksichtigung vorhandener Infrastruktur
  • Integration in Raumbuchungssysteme (Microsoft 365, Google Workspace, JOAN)
  • Koordination mit Facility Management und Vermieter

Beschaffung und Aufstellung

  • Beratung bei der Modellauswahl (Solo, Duet, Quartet). Einen Überblick über alle Typen gibt der verlinkte Leitfaden.
  • Koordination von Lieferung und Aufstellung (2-4 Stunden pro Kabine)
  • Einrichtung der technischen Ausstattung (Strom, Netzwerk, Display)

Laufender Support und Wartung

  • Regelmäßige Prüfung der Belüftung und Technik
  • Austausch von Leuchtmitteln und Filtern
  • Erster Ansprechpartner für technische Fragen der Nutzer

Vier Gründe, warum sich das lohnt

Höherer Projektumfang: Bei jedem Büroumzug oder jeder Neuausstattung lassen sich Akustikkabinen als Zusatzleistung anbieten. Das erhöht den Projektwert um 15.000 bis 50.000 Euro pro Auftrag.

Wiederkehrende Einnahmen: Wartungsverträge für Akustikkabinen lassen sich in bestehende Managed-Service-Verträge integrieren.

Kundenbindung: Wer die komplette Arbeitsplatzinfrastruktur betreut (IT plus Akustik), wird schwerer austauschbar.

Probleme lösen statt Symptome behandeln: Kunden beschweren sich über schlechte Videokonferenz-Qualität. Statt Headsets zu empfehlen, kann der IT-Dienstleister die Ursache beheben. Das ist der Unterschied zwischen Produkt und Beratung.

Praxisbeispiel: 80 Arbeitsplätze, ein IT-Partner

Ein mittelständisches Unternehmen mit 80 Arbeitsplätzen im Großraumbüro beauftragt sein IT-Systemhaus mit der Einführung von Microsoft Teams. Der IT-Dienstleister stellt bei der Analyse fest:

  • 35 Mitarbeiter führen täglich Videocalls durch
  • 2 Meetingräume sind permanent ausgebucht
  • Beschwerden über Hintergrundlärm bei externen Calls häufen sich
  • Lärmpegel im Büro liegt bei 62 dB

Die Lösung: Neben der Teams-Einführung werden 4 Solo-Kabinen für Einzelcalls und 2 Duet-Kabinen für Zweiergespräche eingeplant. Die Kabinen werden in die Teams-Raumbuchung integriert. Der IT-Dienstleister übernimmt Planung, Beschaffung und laufenden Support.

Ergebnis nach 3 Monaten: 40 % weniger Beschwerden über Audioqualität, 100 % Auslastung der Kabinen in Kernzeiten und ein Kunde, der seinen IT-Partner als ganzheitlichen Berater wahrnimmt.

Technische Details für IT-Dienstleister

Stromversorgung: 230V-Steckdose, Verbrauch 50 bis 150 Watt (Belüftung, Beleuchtung, USB-Ladeports). Eine dedizierte Absicherung ist selten nötig.

Netzwerkanbindung: Hochwertige Kabinen bieten Durchführungen für Ethernet-Kabel oder integrierte WLAN-Repeater. Für stabile Videokonferenzen ist ein kabelgebundener Anschluss empfehlenswert.

Raumklima: Die integrierte Belüftung sorgt für ausreichenden Luftaustausch. Die Umgebungstemperatur sollte 28 Grad nicht überschreiten, da sich die Kabine sonst aufheizt.

Brandschutz: Kabinen gelten als Einrichtungsgegenstände. Fluchtwege dürfen nicht versperrt werden. Ein Abstand von mindestens 50 cm zu anderen Einrichtungsgegenständen ist üblich.

Gewicht und Statik: Solo-Kabinen wiegen 300 bis 500 kg. Bei Aufstellung in Obergeschossen sollte die Tragfähigkeit des Bodens geprüft werden. Details zur Installation finden Sie im Leitfaden.

Fazit

IT-Systemhäuser kennen die Infrastruktur, planen die Arbeitsplätze und betreuen die Videokonferenztechnik. Akustikkabinen in das Portfolio aufzunehmen ist kein Sprung in ein fremdes Thema, sondern der logische nächste Schritt. Für den Kunden bedeutet das: ein Ansprechpartner für alles, was den digitalen Arbeitsplatz ausmacht.

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